Weltreise Job kündigen Sabbatical

Weltreise: Job kündigen oder Sabbatical? Das sind die Vor- und Nachteile

Du planst eine Weltreise und spielst mit dem Gedanken deinen Job dafür zu kündigen oder überlegst, ob ein Sabbatical nicht doch besser wäre?

In diesem Artikel möchten wir die Vor- und Nachteile beider Varianten aufzeigen und dir dabei helfen, die für dich richtige Entscheidung zu treffen.

Wir haben unsere sicheren Jobs ganz bewusst für unsere Weltreise gekündigt.

Ein Sabbatical kam für uns beide nie in Frage.

Und wir haben den Schritt bis jetzt nicht bereut und stehen voll hinter unserer Entscheidung – es fühlt sich für uns beide total richtig an!

Aber das heißt nicht, dass das für dich auch die beste Entscheidung ist.

Jeder ist verschieden und es gilt zwischen den Vor- und Nachteilen beider Varianten abzuwägen.

Am Schluss ist es vielleicht auch ein wenig eine Bauchentscheidung, aber das muss ja nicht schlimm sein. 😉

Auch bei der Auflistung der Vor- und Nachteile beider Varianten, die wir nachfolgend beschreiben werden, gibt es kein Richtig oder Falsch.

Die Eingruppierung spiegelt unsere Sichtweise wieder, du magst das anders sehen als wir, was absolut in Ordnung ist.

Jeder muss diese Entscheidung für sich selbst treffen – und wenn wir dir dabei helfen können / konnten, hat sich dieser Artikel schon total gelohnt! 🙂

[Dieser Artikel ist Teil 4 einer mehrteiligen Artikelserie zum Thema „Weltreise planen“.]

 

Weltreise Job kündigen Vorteile

Kopf frei bekommen

Wir sind beides Kopfmenschen und unsere Jobs haben uns eigentlich immer in unseren Köpfen begleitet – leider auch in der Freizeit oder im Urlaub.

Auf unserer Weltreise ist das für uns ein No-Go!

Wir wollen den Kopf frei haben und nicht an unsere Arbeit denken müssen, um uns komplett auf unsere Reise und all die Erlebnisse einlassen zu können.

Aus diesem Grund sehen wir den Punkt „Kopf frei bekommen“ als einen Vorteil, wenn du deinen Job vor bzw. für deine Weltreise kündigst.

Hohe Flexibilität

Wenn du deinen Job vor der Weltreise gekündigt hast, bist du definitiv flexibler.

Du musst dich nicht mit deinem Arbeitgeber über Themen wie das Rückreisedatum und andere Formalitäten abstimmen, sondern kannst deine Reise so planen und angehen, wie du Lust hast.

Solltest du unterwegs merken, dass du plötzlich 14 Monate anstatt wie zuvor nur ein Jahr reisen möchtest, kannst du flexibel reagieren und eine Reise einfach verlängern.

Mit Job wären solche Dinge nicht so einfach möglich oder mitunter gar nicht.

Alle Optionen offenhalten

Das war für uns wohl der wichtigste Grund, weshalb wir uns entschieden haben, unsere Jobs für die Reise zu kündigen:

Wir wollen uns ganz bewusst alle möglichen Optionen offenhalten.

Das betrifft sowohl die konkrete Reisedauer als auch unser Leben nach der Reise.

Denn woher sollen wir jetzt schon wissen, was solch eine Reise mit uns anstellen wird?

Wie sie unsere Wünsche und Ziele verändern wird?

Vielleicht entscheiden wir uns unterwegs dafür, eine Farm in Neuseeland zu übernehmen, ein Unternehmen in den USA zu gründen, eine Strandbar in Thailand zu eröffnen oder zurück in Deutschland in einer anderen Stadt und in einem anderen Umfeld mit neuen Jobs komplett neu anzufangen – wer weiß das schon?

Wir jedenfalls nicht.

Nicht zum jetzigen Zeitpunkt!

Da wir unsere bisherigen Jobs aufgegeben haben, haben wir diese Optionen und können unser Leben so gestalten, wie wir es möchten.

PS: Natürlich hätten wir theoretisch unsere Jobs direkt nach der Reise immer noch kündigen können, aber das wäre gegenüber unseren Arbeitgebern nicht fair.

Weltreise Job kündigen Nachteile

Vermeintlich höheres Risiko

Mit Sicherheit verbinden viele Menschen auch, einen festen und sicheren Arbeitsplatz zu haben, verbunden mit einem geregelten Einkommen.

Wenn du deinen Job kündigst, fällt diese Sicherheit natürlich weg und du gehst erst einmal ein größeres Risiko ein als bei einem Sabbatjahr.

Aus unserer Sicht (und das kannst du völlig anders sehen) ist das aber nur ein vermeintlich höheres Risiko.

Denn für uns ist Sicherheit nicht gleichbedeutend mit einem sicheren Job, sondern eher mit Dingen wie Rückhalt von Familie und Freunden oder dem Vertrauen, dass wir uns immer gegenseitig unterstützen.

Das ist es, was uns im Leben Sicherheit gibt.

An dieser Stelle können wir dir empfehlen, mal einen Blick in unseren Artikel „Weltreise Entscheidung: Ja oder Nein? – Das solltest du beachten“ zu werfen, in dem wir auch auf dieses Thema eingehen.

Toller Job ist weg

Wenn du deinen Job kündigst, dann bist du deine Stelle im Unternehmen erst einmal los.

Das kann ein Nachteil sein, wenn du eine tolle Position hast und du in einem tollen Unternehmen arbeitest – so wie es bei uns jeweils der Fall war.

Auch wenn die Chance sicherlich groß ist, dass dich dein ehemaliger Arbeitgeber nach deiner Rückkehr wieder aufnimmt (vorausgesetzt ihr trennt euch im Guten), ist das natürlich keine Garantie und deine liebgewonnene Stelle im Unternehmen kann für immer weg sein.

Aufwand für Jobsuche nach Rückkehr

Wenn du gekündigt hast, wirst du dich aller Voraussicht nach irgendwann wieder um einen Job kümmern müssen.

Potentielle Arbeitgeber suchen, Bewerbungen schreiben, Bewerbungen verschicken, Vorstellungsgespräche etc. – das ist alles mit zeitlichem Aufwand verbunden und kann ganz schön stressig sein.

Wenn du ein Sabbatjahr einlegst, hast du diesen Stress und Aufwand natürlich nicht. 😉

Erfordert Mut und Durchhaltevermögen

Sind wir mal ehrlich: Es gehört schon eine gewisse Portion Mut und Durchhaltevermögen dazu, den Weg der Kündigung zu gehen.

Das können wir aus unserer eigenen Erfahrung sagen.

Es wird immer wieder Momente geben (besonders am Anfang), in denen Zweifel aufkommen und man sich fragt, ob die Kündigung tatsächlich die richtige Entscheidung war.

Du musst dir auch im Klaren darüber sein, dass es vielleicht Personen gibt, die deine Entscheidung absolut nicht nachvollziehen können und du negative Reaktionen bekommst.

Du wirst evtl. für verrückt gehalten oder deine Familie und Freunde versuchen, dir deine Entscheidung auszureden.

Letzteres war bei uns zum Glück nicht der Fall!

Trotzdem solltest du dich im Vorfeld auf diese möglichen Situationen einstellen.

Lücke im Lebenslauf

Jaaaa…die oft diskutierte Lücke im Lebenslauf.

Fakt ist, dass dein Lebenslauf zumindest eine berufliche Lücke aufweisen wird, wenn du deinen Job kündigst.

Doch ist das wirklich so schlimm?

Schließlich wirst du auf deiner Reise viele Fähigkeiten brauchen, die auch von Arbeitgebern immer wieder in Stellenanzeigen gesucht werden, beispielsweise Durchhaltevermögen, Organisationstalent oder Selbständigkeit.

Wir sehen das Thema daher ganz entspannt. 😉

Keine Einzahlung in Rentenkasse

Als Arbeitnehmer zahlst du jeden Monat deine Sozialversicherungsbeiträge und in die Rentenkasse ein.

Hast du gekündigt und bist arbeitslos kommt die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) für diese Beiträge auf.

Da du dich während deiner Weltreise aber beim Arbeitsamt abmelden musst, zahlst du für die Dauer deiner Reise auch nicht in die Rentenkasse ein.

Das kann dazu führen, dass du später länger arbeiten musst, um den vollen Betrag deiner gesetzlichen Rente zu erhalten.

Es gibt auch die Möglichkeit, aus eigener Tasche freiwillig weiter in die Rentenkasse einzuzahlen.

Solltest du bei diesem Thema unsicher sein, dann rufe am besten bei der Deutschen Rentenversicherung an und lasse dich beraten.

Kündigung: Das solltest du beachten

Wir haben nachfolgend noch ein paar Punkte aufgelistet, die du beachten solltest, wenn du deinen Job vor deiner Weltreise kündigst:

  • Informiere deinen Arbeitgeber frühzeitig, das wirft ein gutes Bild auf dich und ist fair.
  • Beachte mögliche Kündigungsfristen (diese können manchmal mehrere Monate betragen)!
  • Suche früh den Kontakt zum Arbeitsamt und melde dich rechtzeitig arbeitssuchend (mehr darüber in diesem Artikel (in Arbeit)).
  • Kümmere dich um das Thema Krankenversicherung (sowohl nach deiner Kündigung in Deutschland, als auch während der Reise – mehr darüber in diesem Artikel (in Arbeit)).

Weltreise Sabbatical Vorteile

Jobsicherheit

Ein Sabbatical bietet dir die Möglichkeit, deinen Job während deiner Reise zu behalten.

Du hast deine Stelle im Unternehmen sicher und kannst nach deiner Rückkehr ganz normal zurück in das Berufsleben einsteigen und mit deinen alten Kollegen zusammenarbeiten.

Außerdem entgehst du der Gefahr einer (temporären) Arbeitslosigkeit und gehst somit kein Risiko ein.

Weiterhin Gehaltszahlung möglich

Es besteht die Möglichkeit auch während der Reise ein Teil deines Gehalts zu beziehen, wenn das dein Arbeitgeber mitmacht.

Zum Beispiel könnte man drei Jahre in Vollzeit arbeiten, aber nur 75% seines Gehaltes beziehen und im 4. Jahr reisen gehen und weiterhin 75% seines Gehalts bekommen.

Vorteil: Du zahlst weiter Sozialversicherungsbeiträge, sowie in die Rentenkasse ein und hast während der Reisezeit ein festes Einkommen.

Keine Jobsuche nötig

Du musst dich nach der Reise nicht bei anderen Arbeitgebern bewerben und sparst dir somit einiges an zeitlichem Aufwand und Stress für die Jobsuche, Bewerbungen und Vorstellungsgespräche.

Weltreise Sabbatical Nachteile

Job geht in Gedanken mit auf Reise

Dieses Thema haben wir weiter oben im Artikel bereits angesprochen.

Es soll ja wirklich Menschen geben, die nach Feierabend und während ihrer Freizeit komplett vom Job und dem Berufsleben abschalten können…

…zu denen zählen wir beide definitiv nicht!

Und da sind wir nicht die Einzigen, das konnten wir in mehreren Gesprächen herausfinden.

Solltest du auch so sein wie wir, dann werden die Gedanken an deinen Job vermutlich auch mit auf Weltreise gehen.

Die Frage ist, ob du das möchtest oder nicht lieber komplett abschalten und dich voll und ganz auf dein Abenteuer einlassen willst.

Das musst du für dich beantworten.

Weniger Flexibilität

Wer im Rahmen eines Sabbatjahrs auf Weltreise geht, ist in der Regel um einiges unflexibler.

Das klassische Sabbatical dauert in der Regel ein Jahr, d. h. die mögliche Reisedauer ist auch auf diese Zeitdauer begrenzt.

Spontan die Reise um ein paar Wochen oder Monate zu verlängern, wird da schwierig und erfordert einen äußerst flexiblen Arbeitgeber.

Das konkrete Rückkehrdatum ist daher in der Regel bereits schon vor Antritt der Reise festgelegt und starr.

Wartezeit bei Gehaltsfortzahlung

Als Vorteil eines Sabbaticals haben wir oben geschrieben, dass es je nach Variante möglich ist, weiterhin Gehalt zu beziehen.

Zum Beispiel wenn du drei Jahre für 75 Prozent deines Gehalts arbeitest, um dir dann im Jahr deiner Auszeit / Reise ebenfalls 75 Prozent auszahlen zu lassen.

Andere lassen sich im Jahr vor dem Sabbatical beispielsweise nur 80 Prozent auszahlen und im Sabbatjahr dann die restlichen 20 Prozent.

Egal wie du es regelst: Wenn du diesen Vorteil ausnutzen möchtest, bedeutet das gleichermaßen, dass du länger auf den Start der Weltreise warten musst.

Abhängigkeit von Arbeitgeber

Ein Sabbatical ist eine tolle Möglichkeit für Arbeitnehmer sich für eine begrenzte Zeitdauer aus dem Berufsleben zurückzuziehen und sich anderen Dingen (Gesundheit, Erholung, Reisen etc.) zu widmen.

Davon profitiert auch der Arbeitgeber, wenn der Mitarbeiter wieder gesund, glücklich und voll motiviert ins Berufsleben startet.

Trotzdem unterstützen nicht alle Arbeitgeber solch ein Vorhaben, weswegen diese Option evtl. für dich und deine Pläne gar nicht möglich ist, da du auf das Entgegenkommen deines Arbeitgebers angewiesen bist.

Sabbatical: Das solltest du beachten

Die nachfolgenden Punkte solltest du beachten, wenn du dich für ein Sabbatical mit Weltreise entscheidest:

  • Spreche frühzeitig mit deinem Arbeitgeber, um alles abzuklären und dir schnellstmöglich Planungssicherheit zu verschaffen.
  • Durch das weiterhin bestehende Arbeitnehmerverhältnis bist du zwar in Deutschland krankenversichert, diese gilt aber nicht weltweit (nur innerhalb des Schengen-Raumes mit Abstrichen). Du musst dich also trotzdem um eine Auslandskrankenversicherung kümmern! Mehr zum Thema Krankenversicherung auf Weltreise gibt es hier (in Arbeit).

Fazit: Kündigung oder Sabbatjahr?

Du siehst nun, dass beide Varianten ihre berechtigten Vor- und Nachteile haben.

Eine Pauschalaussage, welche der beiden besser ist, kann unserer Meinung nach nicht getroffen werden.

Es spielen einfach zu viele Faktoren und Überlegungen in diese Entscheidung mit rein, dass das jeder für sich selbst wissen und festlegen muss.

Unser Tipp: Lasse dir Zeit mit der Entscheidung und bewerte alle Vor- und Nachteile für deine individuelle Situation. Lasse dir dabei von niemandem reinreden, denn es ist dein Leben und deine alleinige Entscheidung! Im Zweifel höre auf dein Bauchgefühl und tue, was sich richtig(er) anfühlt. 😉

Fragen und Antworten

Warum habt ihr eure Jobs gekündigt?

Ganz klar aufgrund der Freiheit und Flexibilität!

Beides war uns enorm wichtig.

Wir wollen heute noch kein konkretes Datum sagen, wann wir wieder zurückkehren und uns alle Optionen für nach der Reise offenhalten.

Die Entscheidung war alles andere als leicht, aber diese Gründe haben bei uns definitiv überwogen – und heute, nach unseren Kündigungen, fühlt es sich total gut und richtig an!

Wie funktioniert das mit dem Arbeitsamt nach meiner Kündigung?

Da die Antwort auf diese Frage recht umfangreich wäre, haben wir alles rund um das Thema Arbeitsamt und Kündigung im Zusammenspiel mit einer Weltreise in einem separaten Artikel beschrieben.

Hier geht’s zum Artikel (in Arbeit)

Wie funktioniert das mit der Krankenversicherung auf Weltreise?

Auch zu diesem Thema gibt es einen eigenen ausführlichen Artikel, den du hier (in Arbeit) findest.

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Hast du noch Fragen oder fallen dir weitere Vor- und Nachteile zu einer der Varianten ein?

Wie sind deine Erfahrungen?

Gerne würden wir dein Feedback wissen, lasse uns einfach einen Kommentar da!